DE · EN
Fundamentalanalyse · Small Caps

Polaris Renewable Energy Inc.

WKN
A3DQXW
ISIN
CA73108L1013
Heimatbörse
TSX · PIF
Deutsche Handelsplätze
  • Börse Frankfurt
  • Börse Stuttgart
  • Börse München
  • Lang & Schwarz

Stand: 17.08.2026, 07:00 · Autor: Redaktion Aktienanalyse, Redaktion

Das Wichtigste

Polaris Renewable Energy betreibt 182 MW in acht Anlagen und sechs Ländern — Geothermie in Nicaragua, Laufwasser in Peru und Ecuador, Solar in der Dominikanischen Republik und Panama, Wind in Puerto Rico. Anders als die meisten Werte auf diesen Seiten ist das kein Vorhaben, sondern ein laufender Betrieb: 39,703 Mio. USD Umsatz im ersten Halbjahr 2026, 27,131 Mio. USD bereinigtes EBITDA, eine seit 2023 unveränderte Dividende von 0,60 USD je Aktie.

Genau deshalb lohnt der Blick auf die Verträge. Ein Stromabnahmevertrag verwandelt einen schwankenden Börsenpreis in eine planbare Zahlungsreihe — aber nur für seine Laufzeit. Gewichtet man die acht Anlagen nach installierter Leistung, beträgt die mittlere Restlaufzeit der Verträge rund **12,4 Jahre**; 10 MW in Panama laufen ohne Vertrag über den Spotmarkt. Die Rechnung stammt aus den Vertragsdaten des Jahresberichts (AIF 2025, 19.02.2026) und ist unten Anlage für Anlage aufgeschlüsselt.

Drei Entwicklungen laufen zusammen. **Erstens die Konzentration:** Nicaragua steuerte im zweiten Quartal 2026 11,685 Mio. USD von 19,935 Mio. USD Umsatz bei — 58,6 %. Abnehmer sind die staatlichen Verteilnetzbetreiber; der Jahresbericht führt das ausdrücklich als wirtschaftliche Abhängigkeit. **Zweitens die Abregelung:** In der Dominikanischen Republik stieg sie von rund 7 % im ersten Halbjahr 2025 auf rund 35 % im laufenden Jahr. Die Erzeugung der Anlage Canoa 1 fiel von 31.729 auf 20.952 MWh. **Drittens die Folge daraus:** Zum 30.06.2026 musste das Unternehmen für das Darlehen von Canoa 1 eine Ausnahme vom Schuldendienstdeckungsgrad einholen. Im Anhang des Zwischenberichts steht dazu ein Satz, den die Managementerläuterung weglässt — dass die Einhaltung dieser Kennzahl auch in künftigen Berichtsperioden eingeschränkt bleiben könne.

Die Produktionsprognose für 2026 wurde zweimal gesenkt und liegt bei etwa 760 GWh nach 810.731 MWh im Jahr 2025. Das bereinigte EBITDA hat den Wert von 2023 in drei Jahren nicht wieder erreicht.

Kennzahlen-Profil

Dieses Profil beschreibt die Merkmale des Unternehmens. Es enthält keine Aussage darüber, ob die Aktie über- oder unterbewertet ist.

Fundamentalanalyse

Geschäftsmodell

Acht Anlagen, sechs Länder, vier Technologien — und ein Erlösmodell, das fast vollständig an langfristigen Abnahmeverträgen hängt. Die Aufstellung nach Angaben des Jahresberichts (AIF 2025, 19.02.2026) und des Zwischenberichts zum 30.06.2026:

| Anlage | Land | MW | Abnehmer | Vertrag bis | |---|---|---|---|---| | San Jacinto-Tizate (Geothermie) | Nicaragua | 82 | staatliche Verteilnetzbetreiber | 30.01.2039 | | Punta Lima (Wind) | Puerto Rico | 26 | PREPA | 2044 | | Canoa 1 (Solar) | Dom. Republik | 25 | Edesur | 2040 | | 8 de Agosto (Laufwasser) | Peru | 20 | Mengenvertrag | 25.12.2039 | | Vista Hermosa I und II (Solar) | Panama | 10 | **kein Vertrag — Spotmarkt** | — | | El Carmen (Laufwasser) | Peru | 8 | Mengenvertrag | 30.11.2039 | | San José de Minas (Laufwasser) | Ecuador | 6 | ARCONEL | 2029 | | Canchayllo (Laufwasser) | Peru | 5 | Mengenvertrag | 31.12.2034 |

Nach Leistung gewichtet ergibt das eine mittlere Restlaufzeit von rund 12,4 Jahren. Die Spannweite ist dabei die eigentliche Information: Puerto Rico ist bis 2044 gebunden, Ecuador nur bis 2029, und die 10 MW in Panama verkaufen zum jeweiligen Marktpreis — 2025 im Mittel 62,86 USD/MWh gegenüber 111,20 USD/MWh, die Nicaragua vertraglich erhält.

**Zu San Jacinto gehören drei verschiedene Daten, die man nicht verwechseln sollte.** Der Abnahmevertrag läuft bis zum 30.01.2039. Die Konzession für das Feld läuft nach Angabe des Jahresberichts bis zum 25.01.2041. Die Erzeugungslizenz über 82 MW wurde dagegen für 30 Jahre ab dem 18.12.2003 erteilt und endet damit rechnerisch rund fünf Jahre **vor** dem Abnahmevertrag. Wie diese Lücke geschlossen wird, geht aus den uns vorliegenden Unterlagen nicht hervor; die Unternehmenspräsentation vom 31.07.2026 nennt für eine Konzession zudem das Jahr 2053, das sich keinem der drei Daten zuordnen lässt. Maßgeblich ist hier der bei SEDAR+ hinterlegte Jahresbericht, nicht die Präsentation.

Die Erzeugung in Nicaragua ging im zweiten Quartal 2026 um 5,2 % zurück. Der Zwischenbericht nennt drei Gründe: die zweijährliche Großwartung von Block 3, Einschränkungen bei der Rückführung der Sole und stärkere Versandung der Förderbohrungen — und bezeichnet den Vorgang als natürlichen Rückgang des Feldes, nicht als einmaliges Ereignis.

Bilanz

Zum 30.06.2026: liquide Mittel 98,801 Mio. USD, davon 5,582 Mio. USD verfügungsbeschränkt. Finanzverbindlichkeiten 216,751 Mio. USD zum Buchwert, davon 4,117 Mio. USD kurzfristig. Eigenkapital der Anteilseigner 235,341 Mio. USD. Nettoverschuldung damit rund 118 Mio. USD oder etwa das 2,2-Fache des bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate (53,1 Mio. USD).

⚠️ **Zwei Schuldenzahlen, die nicht dasselbe sind.** Der Buchwert beträgt 216,751 Mio. USD, der Nominalbetrag 235,242 Mio. USD. Die Differenz von 18,491 Mio. USD ist nicht amortisierter Abschlag, davon 13,370 Mio. USD auf das Darlehen der peruanischen Generación Andina — das **zinslos** ist und deshalb abgezinst bilanziert wird. Wer den Nominalbetrag in den Unternehmenswert einsetzt, rechnet rund 18 Mio. USD zu viel.

Die drei Kredite im Einzelnen (Anhang Nr. 9 des Zwischenberichts zum 30.06.2026):

| Kredit | Nominal | Zins | Fällig | Auflage | |---|---|---|---|---| | Grüne Anleihe | 175,000 Mio. USD | 9,5 % fest | 03.12.2029 | Deckungsgrad ≥ 1,75:1 · Liquidität ≥ 15 Mio. USD | | Generación Andina | 31,662 Mio. USD | **zinslos** | 15.06.2038 | Deckungsgrad > 1,1:1 | | Canoa 1 | 28,580 Mio. USD | 7,0 % fest | 30.09.2037 | Deckungsgrad > 1,20:1 · Verschuldungsgrad ≤ 85:15 |

Die grüne Anleihe kostet rund 16,6 Mio. USD Zinsen im Jahr und ist mit zwei Bedingungen versehen, die für Ausschüttungen unmittelbar relevant sind: Dividenden und Rückkäufe sind nur zulässig, wenn der Deckungsgrad **über 2,00:1** liegt, und sie dürfen zusammen **50 % des operativen Cashflows des Vorjahres** nicht übersteigen. Das Vorjahr ergab 35,243 Mio. USD; die Grenze liegt damit bei rund 17,6 Mio. USD, die Dividende bei rund 12,5 Mio. USD. Der Abstand besteht, ist aber nicht groß. Zum 30.06.2026 waren alle Auflagen der Anleihe eingehalten.

**Die Ausnahme betrifft Canoa 1.** Der Anhang formuliert es deutlicher als die Managementerläuterung: Die Abregelung habe das Unternehmen gezwungen, zum 30.06.2026 eine Ausnahme vom Deckungsgrad zu beantragen und zu erhalten. Ein Kündigungsgrund liegt nicht vor, die zweite Auflage wurde eingehalten, und das Unternehmen erwartet keine Unterbrechung des Schuldendienstes. Entscheidend ist der Satz danach — und er steht **nur** im Anhang: Angesichts der anhaltenden Abregelung erwarte die Geschäftsführung, dass die Einhaltung dieser Kennzahl auch in künftigen Berichtsperioden eingeschränkt bleiben könne. Angekündigt war das bereits im Zwischenbericht zum 31.03.2026.

Zur Einordnung der Größenordnung: Canoa 1 sind 27,672 Mio. USD von 216,751 Mio. USD Gesamtverschuldung (12,8 %) und 1,614 Mio. USD von 19,935 Mio. USD Quartalsumsatz (8,1 %). Ob eine Verknüpfung zur grünen Anleihe besteht, ist den uns vorliegenden Unterlagen nicht zu entnehmen; den vollständigen Anleihevertrag haben wir nicht eingesehen.

Verwässerung

Hier verläuft die Entwicklung entgegen dem, was man von einem Wert dieser Größe gewohnt ist: Die Aktienzahl **sinkt**. Zum 30.06.2026 waren 20.892.618 Aktien ausstehend; im Jahr 2025 wurden rund 169.800 Aktien zurückgekauft, und das gezeichnete Kapital ging im ersten Halbjahr 2026 von 665,141 auf 664,970 Mio. USD zurück.

Ausstehend sind 223.099 Optionen, 268.785 leistungsabhängige, 111.119 gesperrte und 58.751 aufgeschobene Anteilseinheiten — zusammen 21.554.372 Stück vollständig verwässert, rund 3,2 % über der ausstehenden Zahl. Zum Vergleich: Bei den meisten Werten auf diesen Seiten liegt dieser Aufschlag im zweistelligen Prozentbereich.

Die Optionen haben einen gewichteten Ausübungspreis von 17,28 CAD bei einem Kurs von 14,95 CAD (14.08.2026) — sie liegen damit sämtlich aus dem Geld. Warrants bestehen keine.

⚠️ Der Zwischenbericht enthält an dieser Stelle eine offensichtliche Unstimmigkeit: Er nennt die Zuteilung von 2.105.000 leistungsabhängigen Anteilseinheiten, was bei 268.785 ausstehenden Einheiten und 20,9 Mio. Aktien nicht zutreffen kann. Wir übernehmen die Zahl nicht.

Bewertung

Wir veröffentlichen derzeit keinen fairen Wert und keine Empfehlung. Der für diese Branche geltende Bewertungsrahmen ist hier beschrieben: Methodik.

Kennzahlen

Installierte Leistung182 MW in acht Anlagen, sechs Ländern
Mittlere Restlaufzeit der Abnahmeverträgerund 12,4 Jahre, nach Leistung gewichtet
Leistung ohne Abnahmevertrag10 MW (5,5 %) — Vista Hermosa, Panama
Erzeugung 1. Halbjahr 2026404.447 MWh (Vorjahr 432.289 MWh)
Erzeugung 2025810.731 MWh
Prognose 2026rund 760 GWh — zweimal gesenkt
Umsatz 1. Halbjahr 202639,703 Mio. USD (Vorjahr 41,929 Mio. USD)
Bereinigtes EBITDA 1. Halbjahr 202627,131 Mio. USD (Vorjahr 30,442 Mio. USD)
Betriebsergebnis 1. Halbjahr 202611,117 Mio. USD (Vorjahr 15,477 Mio. USD, −28 %)
Ergebnis je Aktie 1. Halbjahr 2026−0,07 USD
Liquide Mittel (30.06.2026)98,801 Mio. USD, davon 5,582 Mio. USD gebunden
Finanzverbindlichkeiten (Buchwert)216,751 Mio. USD — nominal 235,242 Mio. USD
Nettoverschuldung / bereinigtes EBITDArund 2,2× (EBITDA zwölf Monate: 53,1 Mio. USD)
Umsatzanteil Nicaragua (2. Quartal 2026)58,6 % — 11,685 von 19,935 Mio. USD
Abregelung Dom. Republikrund 35 % laufendes Jahr (Vorjahreshalbjahr rund 7 %)
Aktien (30.06.2026)20.892.618 — vollständig verwässert 21.554.372
Dividende0,60 USD je Aktie und Jahr, unverändert seit 2023

Vergleichsgruppe

SWOT

Stärken

  • Laufender Betrieb mit Erlösen: 39,703 Mio. USD Umsatz und 27,131 Mio. USD bereinigtes EBITDA im ersten Halbjahr 2026.
  • Sinkende Aktienzahl. 2025 wurden rund 169.800 Aktien zurückgekauft; vollständig verwässert liegt die Zahl nur 3,2 % über der ausstehenden.
  • Das peruanische Darlehen über nominal 31,662 Mio. USD ist zinslos und bis zum 15.06.2038 gestellt.

Schwächen

  • Das bereinigte EBITDA hat den Wert von 2023 (57,663 Mio. USD) in drei Jahren nicht wieder erreicht; 2025 lag es bei 56,517 Mio. USD.
  • Der operative Cashflow ging von 43,960 Mio. USD (2023) auf 35,243 Mio. USD (2025) zurück, während die Dividende unverändert blieb.
  • 10 MW in Panama erlösen ohne Vertrag zum Marktpreis — 2025 im Mittel 62,86 USD/MWh.

Chancen

  • Am 03.07.2026 wurde eine Vereinbarung über rund 250 MWdc Solar und 61,6 MW Speicher in Mexiko unterzeichnet; das Unternehmen beziffert die Investition auf rund 240 Mio. USD.
  • Für Puerto Rico besteht seit dem 05.06.2026 eine Vereinbarung über 71,4 MW Speicherleistung, noch unter dem Vorbehalt dreier Genehmigungen.

Risiken

  • Ausnahme vom Schuldendienstdeckungsgrad bei Canoa 1 zum 30.06.2026, mit ausdrücklichem Hinweis auf mögliche weitere Perioden.
  • 58,6 % des Quartalsumsatzes entfallen auf ein Land, dessen Abnehmer staatlich sind.

Chartanalyse

Der Chart wird von TradingView (USA) bereitgestellt. Beim Laden wird Ihre IP-Adresse an diesen Anbieter übermittelt. Er wird nur geladen, wenn Sie es wünschen.

Katalysatoren

  • Q3 2026 Zwischenbericht zum 30.09.2026

    Der nächste Prüfstichtag für den Deckungsgrad von Canoa 1. Die Geschäftsführung hat im Anhang zum 30.06.2026 selbst darauf hingewiesen, dass die Einhaltung eingeschränkt bleiben könne.

  • laufend Abregelung in der Dominikanischen Republik

    Das Unternehmen rechnet für 2026 mit 40.000 bis 42.000 MWh Abregelung und nennt für die Netzspeicherlösung der Regierung einen Zeitraum von 18 bis 24 Monaten ab Mai 2026. Ein Datum ist damit nicht genannt.

  • 2026 Produktionsprognose

    Nach 404.447 MWh im ersten Halbjahr erfordert die Prognose von rund 760 GWh etwa 356 GWh im zweiten Halbjahr. Das dritte Quartal ist saisonal das schwächste.

  • offen Genehmigungen für den Speicher in Puerto Rico

    Die Vereinbarung vom 05.06.2026 steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Regulierungsbehörde, das Leitungsgremium des Abnehmers und das Aufsichtsgremium. Kein Termin genannt.

  • offen Finanzierung der Vorhaben in Mexiko

    Rund 240 Mio. USD Investitionsvolumen stehen 93,219 Mio. USD freier Liquidität gegenüber. Der Zwischenbericht hält fest, dass zusätzliches Kapital erforderlich sein wird.

  • ~2033 Erzeugungslizenz San Jacinto

    Die Lizenz über 82 MW wurde für 30 Jahre ab dem 18.12.2003 erteilt, der Abnahmevertrag läuft bis 2039. Wie die Lücke geschlossen wird, ist den Unterlagen nicht zu entnehmen.

Risiken

  • Zum 30.06.2026 wurde für das Darlehen von Canoa 1 eine Ausnahme vom Schuldendienstdeckungsgrad beantragt und gewährt. Ein Kündigungsgrund besteht nicht und die zweite Auflage wurde eingehalten. Entscheidend ist jedoch der Zusatz im Anhang des Zwischenberichts, den die Managementerläuterung nicht enthält: Angesichts der anhaltenden Abregelung erwarte die Geschäftsführung, dass die Einhaltung dieser Kennzahl auch in künftigen Berichtsperioden eingeschränkt bleiben könne. Das ist eine Angabe des Unternehmens, keine Einschätzung von uns. Canoa 1 entspricht 12,8 % der Finanzverbindlichkeiten.
  • 58,6 % des Umsatzes im zweiten Quartal 2026 stammen aus Nicaragua — 11,685 von 19,935 Mio. USD. Abnehmer sind die staatlichen Verteilnetzbetreiber; der Jahresbericht führt dies ausdrücklich als wirtschaftliche Abhängigkeit auf. Der Abnahmevertrag läuft bis zum 30.01.2039, die Erzeugungslizenz endet nach 30 Jahren ab dem 18.12.2003 jedoch rund fünf Jahre früher. Wie diese Lücke geschlossen wird, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
  • Die Abregelung in der Dominikanischen Republik stieg von rund 7 % im ersten Halbjahr 2025 auf rund 42 % im ersten und rund 29 % im zweiten Quartal 2026. Die Erzeugung von Canoa 1 fiel von 31.729 auf 20.952 MWh. Das Unternehmen führt Netzengpässe und die mangelnde Flexibilität thermischer Erzeugung an und nennt einen Zeitraum von 18 bis 24 Monaten für die Netzspeicher der Regierung — ohne Datum. Derselbe Engpass blockiert die Erweiterung Canoa 2 von 25 auf 50 MW, deren Abnahmevertrag bereits am 24.05.2023 unterzeichnet wurde.
  • Die Produktionsprognose für 2026 wurde zweimal gesenkt: von rund 775 bis 790 GWh auf 760 bis 770 GWh im Mai und im Juli auf das untere Ende. Gegenüber 810.731 MWh im Jahr 2025 entspricht das einem Rückgang von 6,3 %. ⚠️ Eine Prognose wird in keinem schriftlichen Bericht des Unternehmens veröffentlicht; sie besteht ausschließlich in mündlichen Angaben aus den Analystengesprächen. Wir geben sie als solche wieder.
  • Der Umsatz sank im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr von 41,929 auf 39,703 Mio. USD, das Betriebsergebnis von 15,477 auf 11,117 Mio. USD — 28 %. Dass sich das Nettoergebnis gleichzeitig von −8,238 auf −1,479 Mio. USD verbesserte, ist **kein operativer Fortschritt**: Im Vorjahreszeitraum war eine Belastung von 9,664 Mio. USD aus der vorzeitigen Ablösung von vier Krediten enthalten. Wer die beiden Nettoergebnisse ohne diesen Posten vergleicht, liest eine Erholung, die es nicht gibt.
  • Die grüne Anleihe über 175 Mio. USD zu 9,5 % ist am 03.12.2029 fällig und macht mit rund 16,6 Mio. USD Zinsaufwand im Jahr etwa ein Drittel des bereinigten EBITDA aus. Ausschüttungen sind nur zulässig, wenn der Deckungsgrad über 2,00:1 liegt, und dürfen 50 % des operativen Cashflows des Vorjahres nicht übersteigen — das waren 2025 rund 17,6 Mio. USD gegenüber einer Dividende von rund 12,5 Mio. USD.
  • Das Portfolio liegt vollständig in Ländern mit niedriger Bonitätsbewertung: Nicaragua, Peru, Ecuador, Dominikanische Republik, Panama und Puerto Rico. Der Jahresbericht führt Enteignung und Verstaatlichung ohne angemessene Entschädigung ausdrücklich als Risikofaktor auf. Ein laufendes Verfahren dieser Art ist uns nicht bekannt.
  • Die Erweiterungen erfordern Kapital, das nicht vorhanden ist. Den rund 240 Mio. USD für Mexiko stehen 93,219 Mio. USD freie Liquidität gegenüber; der Zwischenbericht zum 30.06.2026 hält fest, dass zusätzliches Kapital erforderlich sein wird. Bei einem Kurs unterhalb aller Optionsausübungspreise ist eine Eigenkapitalaufnahme für bestehende Aktionäre teurer als 2023.

Im Netzwerk